TUI Cruises — 17 Jahre, neun Schiffe
TUI Cruises startete 2009 mit einem umgebauten Celebrity-Schiff. 2026 steht die Marke bei neun Mein-Schiff-Einheiten — und bleibt weiterhin ein Joint Venture von TUI AG und Royal Caribbean Group.
TUI Cruises startete 2009 mit einem umgebauten Celebrity-Schiff. 2026 steht die Marke bei neun Mein-Schiff-Einheiten — und bleibt weiterhin ein Joint Venture von TUI AG und Royal Caribbean Group.
Im Frühjahr 2008 gründeten TUI AG und Royal Caribbean Cruises Ltd. ein 50:50-Joint-Venture: TUI Cruises GmbH. Die Idee war ein deutschsprachiges Premium-Volumenprodukt zwischen klassischer Kreuzfahrt und Clubschiff.
2009 startete die erste Mein Schiff — die frühere Celebrity Galaxy. Aus einem umgebauten Gebrauchtschiff wurde in 17 Jahren eine moderne Flotte, die 2026 mit Mein Schiff Flow auf neun Mein-Schiff-Einheiten wächst.
Die Entwicklung zeigt, wie schnell TUI Cruises skaliert hat:
Die alten Einheiten wurden abgegeben. Deshalb zählt die aktive Mein-Schiff-Flotte 2026 nicht elf, sondern neun Schiffe.
Die Neubauphase von Mein Schiff 3 bis Mein Schiff 7 wurde vor allem von Meyer Turku geprägt. Diese Schiffe schufen das, was Gäste heute als Mein-Schiff-Produkt erkennen: viel Außenfläche, Premium-All-inclusive-Logik, deutschsprachige Bordwelt, Spa-/Ruheflächen und weniger laute Clubästhetik als AIDA.
TUI Cruises positionierte sich damit nicht als Luxusreederei, sondern als komfortabler Volumenanbieter.
Mit Mein Schiff Relax und Mein Schiff Flow wechselte die Neubauplattform zu Fincantieri in Monfalcone. Die InTUItion-Klasse ist größer, LNG-fähig und stärker auf die nächste Effizienz- und Komfortgeneration ausgelegt.
Der Werftwechsel bedeutet nicht, dass Meyer Turku gescheitert wäre. Er zeigt eher, wie knapp Slots bei europäischen Kreuzfahrtwerften sind. Wer wachsen will, muss dort bauen, wo Kapazität, Preis und Liefertermin zusammenpassen.
Ein wichtiger Korrekturpunkt: Royal Caribbean ist nicht 2020 ausgestiegen. TUI Cruises bleibt ein 50:50-Joint-Venture von TUI AG und Royal Caribbean Group. 2020 wurde Hapag-Lloyd Cruises in dieses Gemeinschaftsunternehmen eingebracht. Dadurch wurde das deutsche Kreuzfahrtgeschäft von TUI und Royal Caribbean gebündelt, nicht getrennt.
Das Joint Venture ist für beide Seiten sinnvoll: TUI bringt Marke, Vertrieb und deutschen Markt. Royal Caribbean bringt Kreuzfahrt-Know-how, Kapitalmarktzugang und operative Erfahrung.
TUI Cruises hat eine klare Lücke besetzt. AIDA steht stärker für Clubschiff und Familienvolumen. Hapag-Lloyd Cruises ist Luxus und Expedition. Mein Schiff liegt dazwischen: ruhiger, hochwertiger, aber noch massenmarktfähig.
Diese Positionierung erklärt den Erfolg besser als reine Schiffszahlen. Gäste kaufen nicht nur eine Route, sondern ein Gefühl: deutschsprachig, entspannt, inkludiert, etwas erwachsener als AIDA.
Alle aktiven und ehemaligen Mein-Schiff-Einheiten sind im Schiffe-Verzeichnis mit Bauwerft, Klasse, Baujahr und Verbleib gelistet.