Mein Schiff Flow — Taufe in Triest, Route ohne Golf
Am 20. Juni 2026 wurde Mein Schiff Flow in Triest getauft — mit drei Patinnen erstmals in TUI-Cruises-Geschichte. Interessanter als das Zeremoniell ist, wohin das Schiff nicht fährt.
Am 20. Juni 2026 wurde Mein Schiff Flow in Triest getauft — mit drei Patinnen erstmals in TUI-Cruises-Geschichte. Interessanter als das Zeremoniell ist, wohin das Schiff nicht fährt.
Mein Schiff Flow wurde am 20. Juni 2026 in Triest getauft — das zweite Schiff der InTUItion-Klasse, ausgeliefert Anfang Juni von Fincantieri Monfalcone. TUI Cruises setzt damit die Ablösung der klassischen Mein-Schiff-Flotte fort, die im Werften-Wechsel weg von Meyer Turku begonnen hat.
Erstmals in der Geschichte von TUI Cruises übernahmen drei Frauen gemeinsam die Patenschaft — ein bewusst inszenierter Bruch mit der klassischen Ein-Patin-Zeremonie. CEO Wybcke Meier verband das im Reedereistatement mit der Marken-Erzählung der InTUItion-Klasse: „Leichtigkeit, Verbundenheit, im eigenen Tempo reisen.” Das ist Marketing, aber Marketing mit Absicht — Mein Schiff Flow ist das erste Schiff der Marke, das ohne Rückgriff auf die Meyer-Turku-Historie erzählt werden muss.
Die eigentliche Nachricht steht im Fahrplan. Ursprünglich war Mein Schiff Flow für den Arabischen Golf vorgesehen — als saisonaler Ersatz für die dortige TUI-Winterpräsenz. Diese Planung wurde geändert:
Der Verzicht auf den Golf ist mehr als eine Marketing-Entscheidung. Der Arabische Golf ist in den letzten Jahren regulatorisch, geopolitisch und operativ komplizierter geworden. Für ein LNG-Schiff im ersten Betriebsjahr kann ein europäisches Programm operativ berechenbarer sein — auch wenn der Golf als Wintermarkt grundsätzlich attraktiv bleibt.
Mein Schiff Flow ist Nummer zwei nach Mein Schiff Relax. Beide sind:
Damit besetzt TUI Cruises gezielt die Lücke zwischen Massenmarkt und Luxus — dieselbe Marktnische, die auch Hapag-Lloyd Cruises im kleineren Format bespielt, nur eine Ebene weiter unten und mit vielfach höherer Kapazität.
Der Bau in Monfalcone ist kein Zufall. Fincantieri hat mit der breitesten Kreuzfahrt-Auftragslage Europas die Kapazität, die Meyer Turku durch das Icon-Programm von Royal Caribbean nicht mehr bieten kann. TUI Cruises hatte damit gar keine Wahl: Wer bis Ende der Dekade eine neue Klasse in Serie bauen will, braucht Fincantieri.
Für Meyer Turku bedeutet das den Verlust eines langjährigen Ankerkunden, aber nicht der Werftauslastung — der Slot ist mit Royal Caribbean längst neu belegt. Für Fincantieri Monfalcone ist die InTUItion-Klasse ein weiterer Baustein einer Werftstrategie, die auf mehreren Marken parallel läuft.
Für TUI Cruises muss Mein Schiff Flow nun zeigen, dass die Umstellung auf Fincantieri und LNG-Dual-Fuel im ersten Betriebsjahr stabil läuft. Die Erfahrung der Norwegian Luna zeigt: Frühe Zwischenfälle in den ersten Monaten sind bei Neubauten dieser Größenordnung inzwischen keine Ausnahme mehr.
Mein Schiff Flow und die InTUItion-Klasse sind im Schiffe-Verzeichnis mit Werft, Klasse, Antrieb und Indienststellung erfasst.